Kaffee aus dem Herzen Afrikas


Kaffee aus dem Herzen Afrikas

Burundi ist eines der ärmsten Länder der Welt. Investitionen in lokale Kaffeefarmer sind ein kleiner Schritt, um die lokale Wirtschaft zu stärken. Einfach ist das nicht

Ein Text über Kaffee aus Burundi könnte mit einem positiven Einstieg beginnen, etwa so: Von kaum einem afrikanischen Land schwärmen Kaffeeexperten so sehr wie von dem 11-Millionen-Menschen Staat zwischen Kongo und Tansania. Die Firma Cafe Imports, mit der wir bei der Auswahl unserer Kaffees eng zusammenarbeiten, ist hingerissen von den süßen Aromen der Bohnen aus Burundi: „Jedes Jahr warten wir mit Spannung auf Burundi-Kaffees: Die besten von ihnen sind oft atemberaubend und erzielen die höchste Punktzahl in unseren Cuppings“, schreibt der Importeur auf seiner Homepage. Der Anbau von Spezialitätenkaffee ist ein Markt, der Bewohnern hilft, Arbeitsplätze und Einnahmen zu schaffen und die schwache Wirtschaft zu stabilisieren.

Ein Text über Kaffee aus Burundi könnte aber auch mit einem weniger positiven Einstieg starten, etwa so: In kaum einem Staat ist es so schwierig, ein funktionierendes Kaffeegeschäft auf die Beine zu stellen. Nach einem Bürgerkrieg zwischen 1993 und 2002 leidet der Staat noch heute unter innenpolitischen Spannungen, Korruption und hoher Armut. Im Human Development Index 2016 der Vereinten Nationen liegt Burundi auf Platz 184 von 188. Kaffee aus Burundi und den angrenzenden Staaten Kongo und Ruanda werden zudem handelsrechtlich nicht per Flugzeug, sondern per Lastwagen transportiert, was laut Cafe Imports „eine riskante Angelegenheit ist, da ein unglaublich langer Weg von der Verarbeitungsanlage zu einem Hafen erforderlich ist.“ So ist der Kaffee bis zu eine Woche lang unterwegs.

Seit 2006 investiert Cafe Imports in das arme Land im Herzen Afrikas. Das Unternehmen hat früh erkannt, dass das besondere Terroir des burundischen Bodens den Kaffeebohnen ein einmalig fruchtiges Aroma und eine prickelnde Säure verleiht. „Der Geschmack dieses Ortes ist so wundervoll und vielfältig wie der Ort selbst“, schreibt Cafe Imports hingerissen. Ungefähr 700.000 Einwohner sind bereits im Anbau und der Verarbeitung von Kaffee tätig. Eine zentrale Rolle für die Verarbeitung und den Vertrieb spielen in Burundi die „washing stations“, wo die frisch gepflückten Kaffeekirschen angeliefert, sortiert und fermentiert werden. Die vom Fruchtfleisch getrennten Kerne werden in der Sonne getrocknet und dann einen halben Tag lang in frischem Bergwasser eingeweicht, noch einmal sortiert und dann auf Pergament in Hochbeeten getrocknet.

Aromen von Tangelo, Schwarzbeere, Nougat und Schwarzem Tee

Eine der zahlreichen „washing stations“ liegt in Matongo, in der nördlichen Region Kyanza. Laut Cafe Imports beliefern rund 4000 lokale Kaffeeproduzenten die Bwayi Washing Station Cooperative. Die Anlage liegt auf einer Höhe von 1760 Metern über dem Meeresspiegel. Die Eigenaromen der Bohnen beschreibt Cafe Imports als blumig mit Noten von Tangelo, Schwarzbeere, Nougat und Schwarzem Tee.

Den Kaffee aus Burundi gibt es bald in den Cafés von District Five und im Onlineshop.

Foto: Cafe Imports