Hart oder weich? Wie Wasser die Qualität von Kaffee beinflusst


Hart oder weich? Wie Wasser die Qualität von Kaffee beinflusst

Taucht mit uns ab in die Welt des Wassers: Wie wichtig es für den Geschmack von Kaffee ist, erklären wir euch im Blog

Es gibt viele Feinde guten Kaffeegeschmacks: Schädlinge, die die Kaffeekirsche befallen, Produzenten, die den Kaffee viel zu heiß rösten. Das sind Fehler, die man bei genauem Hinsehen erkennen und im besten Fall aussortieren kann. Doch es gibt Stoffe, die sich perfekt verstecken, unsichtbar vor dem menschlichen Auge. Sie leben in unserem Trinkwasser und finden beim Kaffeebrühen den Weg in die Tasse und direkt in unseren Mund. Dort sorgen sie dafür, dass der Kaffee nicht schmeckt wie er eigentlich schmecken sollte. Die Rede ist von Mineralien wie Kalzium oder Magnesium. Sie können – bei zu geringem oder zu hohem Vorkommen – die Wasser- und damit die Kaffeequalität beeinflussen.

Kalzium, Magnesium und andere Mineralstoffe kommen in jedem Wasser aus natürlichen Quellen vor. Je nach Boden- und Gesteinsbeschaffenheit enthält Wasser mehr oder weniger Mineralien. Mineralien sind Geschmacksträger, die nicht nur Aromastoffe aus dem Kaffee an sich binden, sondern auch einen mineralischen Eigengeschmack entfalten können.

Was ist der Unterschied zwischen weichem und hartem Wasser?

Wasserqualität kann man messen. Entscheidend ist dabei die Härte des Wassers. Sie bildet sich aus dem Kalzium-Gehalt des Wassers und wird in °d angegeben. Man unterscheidet hartes und weiches Wasser: Weiches Wasser hat einen geringen Kalzium-Anteil, ungefähr 90 Milligramm pro Liter (= 5°d). Hartes Wasser enthält rund 250 Milligramm Kalzium pro Liter (= 14 °d). Wer zuhause häufig Leitungswasser kocht und in Töpfen oder im Wasserkocher ständig weiße Kalkablagerungen hat, hat eher hartes Leitungswasser. Ingolstadt hat übrigens recht hartes Leitungswasser, der Wert liegt nach Angaben der Kommunalbetriebe bei 20,7 °d. Die Wasserhärte eures Heimatortes könnt ihr unter www.wasserhaerte.net abfragen.

Zu wenig Säuren, zu viel Säuren

Was hat das nun mit Kaffee zu tun? Die Wasserhärte bestimmt den pH-Wert des Wassers und dadurch wie das Wasser chemisch mit dem Kaffee reagiert. Hartes Wasser reagiert basisch, das heißt, es neutralisiert die feinen Fruchtsäuren des Kaffees. Außerdem verleiht es dem Getränk einen mineralischen Beigeschmack. Weiches Wasser bis etwa 6 °d reagiert mit den Säuren im Kaffeepulver und verstärkt deren Geschmack, sodass der Kaffee im schlimmsten Fall sehr sauer schmeckt. Ideal ist deshalb Wasser, das weder sehr hart, noch sehr weich ist. Experten raten zu einer Härte im Bereich von 4 bis 8 °d und einem neutralen pH-Wert von 7,0.

Filter für Zuhause

Leitungswasser in Deutschland ist meistens hart, dem Kaffee werden bei der Zubereitung durch die Mineralien also immer Fruchtsäuren entzogen. Kaffeetrinker, die auf die fehlenden Aromen nicht verzichten wollen, können das Wasser mit einem Filter enthärten. Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Ein fest installierter Wasserfilter, wie wir ihn in unserem Café benutzen, ist teuer und muss professionell bedient werden. Für den Hobby-Barista zuhause empfehlen wir einen praktischen Tischfilter ab 29,99 Euro. Die Filterkartuschen entziehen dem Wasser Kalk und andere Substanzen, die den Kaffeegeschmack beeinflussen. Die Kartuschen müssen jedoch regelmäßig gewechselt werden.

 

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