Ist Kaffee während der Schwangerschaft schädlich?


Ist Kaffee während der Schwangerschaft schädlich?

Soll ich oder soll ich nicht? Viele schwangere Frauen trinken keinen Kaffee. Tatsächlich kann zu viel Koffein dem ungeborenen Kind schaden. Was werdende Mütter beachten sollten

Dass Alkohol während der Schwangerschaft tabu ist, ist nicht neu. Aber wie sieht es mit Koffein aus? Viele Frauen sind verunsichert bei der Frage, ob sie während ihrer Schwangerschaft noch Kaffee trinken dürfen. Ist Koffein schädlich fürs ungeborene Kind?

Kaffee ist kein No-go

Die gute Nachricht für alle schwangeren Kaffeefans zuerst: Das beliebte Heißgetränk ist kein völliges No-go, es sollte jedoch in Maßen genossen werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Schwangeren, nicht mehr als 300 Milligramm Koffein pro Tag zu sich zu nehmen, das entspricht etwa zwei Tassen Kaffee. Die WHO weist aber auch darauf hin, dass Koffein in Kakao, schwarzem Tee, Schokolade und Limonaden enthalten ist. Deshalb sollten werdende Mütter eher vorsichtig mit der Aufnahme von Koffein sein, denn 300 Milligramm sind tatsächlich der Höchstwert, der für Frauen und ihr Kind noch unbedenklich ist.

Höhere Mengen können zu geringerem Geburtsgewicht führen

Zum Thema Kaffee in der Schwangerschaft gibt es zahlreiche Studien, die immer wieder neue Erkenntnisse zutage fördern. So haben norwegische Wissenschaftler 2013 herausgefunden, dass höhere Mengen Koffein während der Schwangerschaft zu einem niedrigeren Geburtsgewicht des Kindes führen könnten. 60.000 Frauen nahmen an der „Mother and Child Cohorty Study“ teil. Das Risiko, dass das Baby mit Untergewicht oder geringer Körperlänge zur Welt kommt, war bei Koffeinkonsumentinnen um bis zu 60 Prozent höher als bei Frauen, die auf Koffein verzichteten. Die australische Studie „Cancer Causes Control“ kam 2014 zu dem Ergebnis, dass bei hohem Kaffeekonsum der Mutter (täglich zwei Tassen oder mehr) das Hirntumorrisiko beim Kind ansteigt. Bei Teetrinkerinnen fand sich dieser Zusammenhang nicht. Da diese Studie jedoch auf Umfragen basiert, in denen nur 293 Fälle wissenschaftlich ausgewertet wurden, muss man dieses Ergebnis mit Skepsis zur Kenntnis nehmen.

Wenn das Kind zur Welt gekommen ist, sollten Frauen immer noch vorsichtig mit Koffein umgehen. Gerade in der Stillzeit sollten die Mütter den Kaffeekonsum einschränken. Auch hier empfiehlt die WHO einen Grenzwert von 300 Milligramm pro Tag. Bei höheren Dosen könnten beim Säugling Unruhe, Bauchschmerzen und Schlafstörungen auftreten. Experten geben den Tipp, Kaffee am besten direkt nach dem Stillen zu sich zu nehmen, da das Koffein im Körper dann bis zum nächsten Mal abgebaut wird.

Ein Cappuccino dann und wann ist völlig unbedenklich

Schwangere Frauen, die ab und zu mal einen Cappuccino genießen wollen, können also beruhigt sein: Das Ungeborene wird durch mäßigen Koffeingenuss keinen Schaden davon tragen. Trotzdem sollte man vorsichtig mit dem Stoff umgehen, da er sich auch in anderen Lebensmitteln außer Kaffee versteckt. Werdende Mütter sollten also lieber vorsichtig sein, auch wenn die Weltgesundheitsorganisation es für unbedenklich hält, täglich zwei Tassen Kaffee zu trinken.

Foto: Eichinger, fotolia.com