Das war’s


Das war’s

Hunderte Gäste nahmen gestern Abschied vom „District Five“ Pop-up-Café. Bei Kaffee, Musik und Freibier genossen sie den letzten Tag im alten Lokal

„Ich bin vor allem froh, dass bis heute niemandem unsere Decke auf den Kopf gefallen ist“, sagt Michael Menrad und neigt den Kopf nach oben. Die graue Holzverkleidung, so scheint es, wird auch diesen Tag überstehen – genauso wie die vielen jungen Leute, die darunter stehen und sitzen. Nur einige Lampen haben inzwischen den Geist aufgegeben. Auf Dauer, das war von Anfang an klar, war dieses Café ohnehin nicht ausgelegt. Am gestrigen Donnerstag verabschiedete sich das Team von „District Five“ mit einer Party von seinen Gästen.

Das Pop-up-Café „District Five“ hatte am 2. November eröffnet, von da an entwickelte sich das Lokal vom Geheimtipp zum beliebten Treff für qualitätsbewusste Genießer. Eigentlich sollte schon im März wieder Schluss sein, doch das Haus, das abgerissen werden sollte, blieb noch länger das Zuhause für Spezialitätenkaffee. Aus einem Provisorium wurde eine Dauerlösung. Auch wenn mal die Heizung streikte, mal Gäste auf den Betonstufen Platz nehmen mussten: Das Café wurde gerade wegen seines originellen Charmes von vielen ins Herz geschlossen. Doch seit gestern ist endgültig Schluss. Zur Abschiedsfeier kamen hunderte Gäste, um einen letzten Kaffee im liebgewonnenen Ambiente zu trinken. Vielleicht kamen sie auch nur wegen des Freibiers.

Das Craftbier von „Yankee&Kraut“ machte dem Spezialitätenkaffee nämlich ordentlich Konkurrenz und so sah man an diesem Tag mehr bunte Bierflaschen auf den Tischen als Kaffeetassen. Aber auf einen Abschied lässt sich mit Bier einfach besser anstoßen als mit Cappuccino.

Viele Gäste werden das alte Lokal vermissen, doch sie müssen sich in Zukunft nur umdrehen, um an hochwertigen Spezialitätenkaffee zu kommen. Direkt gegenüber, in der ehemalige Oberbank-Filiale, eröffnet im Herbst das neue Café von „District Five“ mit neuem Konzept. Dann gibt es auch eine Speisekarte (http://district-five.de/umzug/).

Wehmut ist bei den Firmengründern Michael Menrad und Tobias Stehle deshalb nicht zu erkennen. „Das Café war für uns ideal, um unsere Marke bekannt zu machen und unser Konzept zu testen. Jetzt wissen wir, dass unser Spezialitätenkaffee hervorragend bei den Leuten ankommt“, sagt Michael Menrad. Und Tobi Stehle freut sich darauf, sich jetzt vollkommen den neuen Projekten widmen zu können: „Wir werden noch viel besser.“