Vom Barkeeper zum Barista


Vom Barkeeper zum Barista

Rares Muntean ist das neueste Mitglied der „District Five“-Familie. Der 26-Jährige hat in seiner Heimat Rumänien als Bartender gearbeitet und das Barista-Handwerk gelernt

„Einen Moment“, sagt Rares Muntean und verschwindet für einen Augenblick. Als er an die Kaffeetheke des „co:Lab“ zurückkehrt, hat er sich eine schwarze Barista-Schürze umgebunden, auf der Brust prangt das „District Five“-Logo. Rares lacht, stellt sich an die Kaffeemaschine und nickt dem Fotografen zu. Jetzt ist er bereit für das Foto. Der 26-Jährige ist neu im Team von „District Five“ und stolz auf seine neue Tätigkeit. Erst vor einem Jahr ist er aus seiner rumänischen Heimatstadt Sibiu (Hermannstadt) nach Deutschland gekommen. Bei „District Five“ kann der leidenschaftliche Barista endlich mit hochwertigem Spezialitätenkaffee arbeiten.

Rares an der Theke der Cocktail-Bar „The Box“ in Hermannstadt.

In Rumänien hat der Mann mit dem einnehmenden Lachen zuerst als Barkeeper gearbeitet und später das Barista-Handwerk gelernt. Sein Können hat Rares regelmäßig bei Barkeeper- und Barista-Wettbewerben unter Beweis gestellt. „Wir wollen, dass Rares sein Talent auch in Deutschland nutzt und für uns an Wettbewerben teilnimmt“, sagt „District-Five“-Gründer Tobias Stehle. Schon im Februar will Rares an seinem ersten Wettkampf teilnehmen. Eigentlich hätte er auch beim rumänischen Ableger vom „Supertalent“ (Romania’s Got Talent) auftreten sollen, doch wenige Tage vor der Show verließ Rares seine Heimat.

In Rumänien hat der 26-Jährige an Barista-Wettbewerben teilgenommen.

Im vergangenen Oktober kam der 26-Jährige mit seiner Frau nach Deutschland. In Rumänien, sagt Rares, habe er täglich über 10 Stunden gearbeitet und verdiente trotzdem schlecht. Deshalb heuerte er als Barmann bei einer Restaurant-Kette an, arbeitete zunächst in Esslingen und dann in Ingolstadt. Durch Zufall wurde er auf das Pop-up-Café in der Donaustraße aufmerksam und lernte Barista Tobi Stehle kennen, der ihm eine Stelle als Barista anbot. Neben seinem Job im „co:Lab“ besucht Rares Muntean derzeit auch einen Deutschkurs an der Sprachenschule Inlingua. Denn er weiß, dass für beruflichen Erfolg in einem fremden Land nicht nur das Talent zählt, sondern auch die Sprache.