Kein Häufchen Elend


Kein Häufchen Elend

Ihr schmeißt das verbrauchte Kaffeepulver sofort weg?  Stopp! Denn im Kaffeesatz steckt eine Menge drin. Wir haben fünf Tipps, was ihr mit den Kaffeeresten anstellen könnt.

Kaum vorstellbar, diesen wertvollen Rohstoff einfach so in die Tonne zu werfen, dachten sich die Macher von Chido’s mushrooms aus Berlin-Kreuzberg und fragten bei der Starbucks-Filiale am Brandenburger Tor an, ob sie deren verbrauchten Kaffeesatz bekommen könnten. Den Verantwortlichen der Kaffee-Kette schien die Idee, ihren Müll für eine gute Sache zu opfern, zu gefallen und so schickt Starbucks seit 2013 täglich Eimer voll Kaffeeresten nach Kreuzberg. Dort wird das gebrauchte Kaffeepulver als Dünger für Riesenpilze verwendet – Austernpilze, Limonen- und Rosaseitlinge wachsen auf dem braunen Abfall.

Mit Kaffeesatz lässt sich so einiges anstellen, nicht nur in der Pilzzucht. Was alles in den braunen Resten steckt, haben wir euch in fünf Punkten zusammengefasst. Do-it-yourself-Fans aufgepasst! So macht ihr aus etwas feuchtem Müll ein tolles Allround-Produkt, das als Kosmetik und sogar als Insektenschutz eingesetzt werden kann.

  1. Düngemittel

Nicht nur für Pilz-Liebhaber ist der Kaffeesatz ein echtes Wundermittel. Auch Hobbygärtner sollten ihre vollen Filter lieber nicht wegschmeißen. Im Beet ist der feuchte Rest nämlich besser aufgehoben. Warum? Kaffeepulver enthält Nährstoffe wie Phosphor, Kalium und Stickstoff und eignet sich damit als hervorragender Pflanzen-Dünger. Wichtig: Der Kaffeesatz muss schnell nach dem Brühen getrocknet werden, bleibt er zu lange feucht, beginnt er zu schimmeln. Das trockene Kaffeepulver kann man dann einmal pro Woche ins Blumenbeet streuen.

  1. Insektenschutz

Gerade im Frühling oder Sommer kämpfen Hobbygärtner mit Schnecken, die die frisch sprießenden Gemüse anknabbern oder Ameisen, die ihre Straßen quer durch das Beet bauen. Kaffeesatz hält die Schädlinge fern! Denn der Geruch des getrockneten Kaffeepulvers neutralisiert die Duftspuren, die zum Beispiel Ameisen legen. Noch ein Tipp: Auch Wespen lassen sich gut mit Kaffee abwehren. Dafür gibt man den Satz in einen Aschenbecher und zündet ihn an.

  1. Kaffeesatzpeeling, Shampoo und Gesichtsmaske

Wer kennt sie nicht die Werbung, in der Shampoo-Hersteller Alpecin dafür wirbt, „die Wachstumsphase der Haarwurzeln zu verlängern“. Bestandteil des Shampoos: Koffein. In der Tat. Deshalb ein Tipp für alle, die ihrem Haar mehr Kraft verleihen wollen: Fügt eurem normalen Haarshampoo doch mal eine Handvoll Kaffeesatz hinzu. Das ist ernst gemeint.

Oder ihr kreiert ein eigenes Kaffeesatzpeeling, indem ihr die Pulverreste mit Olivenöl mischt und eure Haut damit einreibt. Ähnliches Prinzip auch bei der Gesichtsmaske. Nur fügt man zu der Kaffee-Olivenöl-Mixtur noch etwas Honig hinzu und schon hat man eine günstige und nährstoffreiche Gesichtsmaske.

  1. Scheuermilch

Bei hartnäckigen Schmutzresten in Töpfen und Pfannen wirken Kaffeereste Wunder und manchmal sogar besser als Scheuermilch. Und das komplett natürlich. Das gilt natürlich auch für den Grillrost. Also nach der nächsten Grillparty – wenn der Kaffee serviert ist – einfach mal ausprobieren!

  1. Geruchsneutralisierer

Wunderbäume oder Duftspender verteilen meist einen aufdringlich chemischen Geruch im Auto. Wer einen angenehmen Geruch im Auto haben will, muss keine dieser chemischen Keulen an der Rückspiegel oder ans Gebläse hängen. Ein kleines Schälchen voll Kaffeepulver hilft schon dabei, unangenehme Gerüche im Wagen zu neutralisieren. Das Schälchen kann man zum Beispiel unter dem Beifahrersitz platzieren. Auch im Kühlschrank wirkt Kaffeesatz gegen starke Gerüche.

Beim nächsten Kaffee sollte man also genau überlegen, ob man den Filter samt Inhalt gleich in den Abfall wirft, oder nicht doch ein wenig kreativ wird. Bei allen genannten Tricks sollte man jedoch darauf achten, den Kaffee zuvor immer zu trocknen. Sonst schimmelt er und landet doch noch in der Bio-Tonne.