Freiheit für die Presse


Freiheit für die Presse

Es gibt viele Arten, Filterkaffee zuzubereiten. Die French Press ist wohl die mit dem besten Aroma. So funktioniert sie

Die Erfindung der French Press ist ein Mythos. Er geht so: Anfang des 19. Jahrhunderts soll ein Franzose bei der Kaffeezubereitung vergessen haben, das Kaffeepulver gemeinsam mit dem Wasser aufzukochen. Das war damals nämlich die gängige Art der Zubereitung. Also entschloss er sich kurzerhand, das heiße Wasser über den Kaffee zu gießen und den Kaffeesatz mit einem Sieb herauszufiltern. Die Idee erlangte Weltruhm.

Was ist das Besondere an der Zubereitung mit der French Press, oder Stempelkanne, wie sie hierzulande auch genannt wird? Es gibt zwei grundlegende Eigenschaften, die für die Presse sprechen: Das in den Deckel der Kanne eingebaute Metallsieb dient als Filter, man spart sich also Papierfilter, die man bei vielen anderen Filterkaffee-Zubereitungen braucht. Außerdem überzeugt der Kaffee aus der Presse durch einen sehr aromatischen und vollmundigen Geschmack. Manch ein Barista spricht von der besten Filterkaffee-Zubereitung. Das liegt daran, weil das Metallsieb – anders als ein Papierfilter – die im Kaffee enthaltenen Öle und Fette nicht entzieht. Sie verleihen dem Getränk einen vollmundigen Körper.

Und so funktioniert die Zubereitung mit der French Press:

  • Grob gemahlener Kaffee: Die Kontaktzeit von Wasser und Kaffee beträgt bei dieser Art der Zubereitung mehrere Minuten. Deshalb sollte das Kaffeepulver möglichst grob gemahlen sein, um eine langsame und gleichmäßige Extraktion zu ermöglichen. Kaffee-Experten empfehlen, sich an der Größe von Meersalzkörnern zu orientieren. Frisch gemahlen schmeckt der Kaffee später am besten.
  • Menge: Auf einen halben Liter Wasser kommen zwischen 30 und 35 Gramm Kaffeepulver.
  • Wassertemperatur: Wie bei allen anderen Zubereitungen sollte auch in der French Press das Wasser nicht kochen. Optimal ist eine Temperatur von 95° C.
  • Bei der Zubereitung: Gebt zuerst das Kaffeemehl in die Stempelkanne und gießt dann das Wasser drüber. Das Gemisch solltet ihr nach dem Aufgießen umrühren, damit sich der Kaffee gleichmäßig verteilen kann. Anschließend setzt ihr den Deckel vorsichtig auf die Kanne, sodass das Metallsieb auf der Wasseroberfläche aufliegt und den Kaffee an der Oberfläche leicht nach unten drückt. Jetzt noch nicht pressen!
  • Pressen: Den Stempel drückt ihr erst nach einer optimalen Extraktionszeit von vier Minuten ganz nach unten und gießt dann den gesiebten Inhalt in eine Kaffeetasse. Dauert der Kontakt zwischen Kaffee und Wasser länger, kann der Kaffee bitter schmecken, ist die Extraktion zu kurz, ist der Kaffee zu dünn und wässrig.

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