Richtig oder falsch? Fünf Kaffeemythen im Check


Richtig oder falsch? Fünf Kaffeemythen im Check

Kaffee macht süchtig, ist schlecht für die Potenz oder verlängert das Leben. Über das Lieblingsgetränk der Deutschen kursieren viele Gerüchte – was stimmt, was nicht?

Kaffee ist und bleibt das Lieblingsgetränk der Deutschen. Einer aktuellen Analyse des Marktforschungsunternehmens Nielsen zufolge gab im vergangenen Jahr jeder Deutsche im Einzelhandel 40,5 Euro für Kaffee aus. Damit erwirtschaftete der deutsche Einzelhandel mehr als 3,3 Milliarden Euro. Obwohl jeder Deutsche im Schnitt mehr Kaffee trinkt als Mineralwasser, kursieren noch immer kuriose Gerüchte in Bezug auf das Bohnengetränk. Wir klären fünf Mythen rund um Kaffee auf.

Mythos 1: Kaffee macht abhängig

Falsch. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Koffein nicht als abhängig machende Droge einstuft. „Drogen sprechen im Gehirn das Belohnungssystem an: Die Nervenzellen schütten vermehrt den Botenstoff Dopamin aus, ein Hochgefühl entsteht. Koffein löst keinen solchen Ablauf aus“, schreibt die Apotheken-Umschau auf ihrer Homepage. Was jedoch bei regelmäßigem Kaffeekonsum zu beobachten ist, ist ein sogenannter Gewöhnungseffekt. Einige Experten berichten auch von Entzugserscheinungen, die Vieltrinker haben, wenn sie dem Kaffee entsagen. Sie klagen über Kopfschmerzen, Müdigkeit oder schlechte Laune.

Mythos 2: Kaffee macht impotent

Falsch. Lange hielt sich Hartnäckig das Gerücht, dass Kaffee negative Einflüsse auf die Manneskraft hätte. Das ist natürlich Quatscht, es gibt keinerlei Nachweise für diese Theorie. Im Gegenteil: Forscher aus Texas haben in einer Studie erkannt, dass Männer die am Tag zwischen zwei und drei Tassen Kaffee trinken, ein geringeres Risiko haben, an Erektionsstörungen zu erkranken. Grund sei, dass Koffein die Blutgefäße weite und damit für einen besseren Blutfluss sorge.

Mythos 3: Kaffeetrinker leben länger

Richtig. Zumindest titelten zahlreiche Medien in der vergangenen Zeit mit dieser Schlagzeile. Wissenschaftler aus Harvard haben herausgefunden, dass Kaffeetrinker seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, als Nicht-Kaffee-Trinker. Bis zu fünf Tassen Kaffee am Tag würden diesen Effekt auslösen. Was die Forscher nicht sagen können, ist weshalb das so ist. Denn am Koffein liegt es nicht. Auch Trinker von entkoffeiniertem Kaffee leben laut der Studie länger.

Mythos 4: Kaffee macht nervös

Richtig. Zuckende Finger, tippelnde Füße: Wer nur selten Kaffee trinkt, kennt die aufputschende Wirkung von Koffein. Ja, Kaffee macht nervös. Warum? Koffein regt den Sympathikus, einen Teil des vegetativen Nervensystems, an. Der ist für die Ausschüttung von Stresshormonen zuständig. Nach wie vielen Tassen Kaffee nervös macht, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich – manch einer verträgt fünf Tassen Kaffee, während ein anderer schon nach einer halben Tasse zum Zappelphillip verkommt.

Mythos 5: Kaffee trocknet den Körper aus

Falsch. Ein weiterer Irrglaube ist, dass Kaffee dem Körper Wasser entzieht. Diese Annahme beruht auf der Fehlinterpretation einer Studie. Tatsächlich ist für viele Deutsche Kaffee ein wichtiger Faktor für den Wasserhaushalt. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) kann man den Kaffeekonsum sogar zum täglichen Bedarf an Flüssigkeit hinzurechnen. Der harntreibende Effekt von Koffein wiederum ist belegt – er entzieht dem Körper jedoch nicht mehr Flüssigkeit als er ihm zuführt.