Ist Kaffee gesund?


Ist Kaffee gesund?

Kaffeetrinker leben länger: Amerikanische Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass regelmäßiger Verzehr gesundheitsfördernd wirken kann. Wir beantworten die drängendsten Fragen zum Thema „Ist Kaffee gesund?“

Deutschlands berühmtester Kaffeetrinker ist wohl derzeit Joachim Löw. Der Bundestrainer will nicht nur in seiner Mannschaft „högschde“ Qualität, sondern auch in seiner Kaffeetasse. Vor jedem Spiel trinkt Löw einen Espresso und nimmt in seiner Freizeit sogar an Kaffee-Verkostungen teil. Der Badischen Zeitung hat Löw verraten, dass der beste Kaffee aus dem Hochland stamme. Da hat wohl jemand die Röstung von „District Five“ probiert.

Der ehemalige Bundesligaspieler und Weltmeistertrainer Löw wird sich gefreut haben über eine Studie, die Forscher der Harvard University im vergangenen Winter vorgestellt haben. Anhand von Daten von über 200.000 Amerikanern sind die Wissenschaftler zu dem Ergebnis gekommen, dass Kaffeetrinker länger leben. Laut der Studie erkranken Menschen, die am Tag zwischen einer und fünf Tassen Kaffee trinken, seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes als Menschen, die keinen Kaffee trinken. Da schmeckt der Kaffee am Morgen gleich doppelt gut!

Lange Zeit galt Kaffee als ungesund. Immer erklärten Wissenschaftler, dass Kaffee den Blutdruck in die Höhe treibe, dem Körper Wasser entziehe und sogar Osteoporose (Knochenschwund) begünstige. Damit räumt die Wissenschaft seit Jahren auf. In früheren Studien seien zwar Kaffeetrinker untersucht worden, diese hätten meist aber noch ein zweites Laster gehabt: Sie waren häufig Raucher. Der negative Einfluss des Rauchens hat demnach die Forschungsergebnisse beeinflusst.

Wir stellen nun die wichtigsten Fragen zum Thema „Kaffee & Gesundheit“ und erklären, warum Kaffeetrinker länger leben.

Was genau haben die Forscher aus Harvard herausgefunden?

Die Wissenschaftler haben Daten von über 200.000 Teilnehmern aus einem Zeitraum von dreißig Jahren ausgewertet und festgestellt: Menschen, die regelmäßig Kaffee tranken, litten seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, die auf Kaffee verzichteten. Noch konnte keine Ursache-Wirkung-Beziehung hergestellt werden, theoretisch besteht die Möglichkeit, dass zufällig alle Teilnehmer, die sich ohnehin guter Gesundheit erfreuen, Kaffeetrinker waren. Für wahrscheinlicher halten die US-Forscher jedoch, dass die chemischen Inhaltsstoffe der Kaffeebohne einen positiven Effekt auf den Körper haben.

Wie viel Kaffee am Tag ist gesund?

Eine bis fünf Tassen Kaffee am Tag wirken sich, so die Harvard-Studie, positiv auf die Gesundheit aus. Ab dem sechsten Gang in die Kaffeeküche gebe es keinen zusätzlichen Effekt, aber auch keine negativen Folgen.

Schützt Kaffee wirklich vor Krebs?

Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die zu dem Schluss kommen, dass moderate Kaffeetrinker ein 20 Prozent niedrigeres Hautkrebs-Risiko haben. Zudem soll das Risiko für Nieren-, Leber- und Blasenkrebs sinken sowie die Rückfallquote bei Darmkrebs. Grund dafür könnten entzündungshemmende Pflanzenstoffe und Antioxidantien sein, die die Zellen vor freien Radikalen (krebserregende Sauerstoff-Verbindungen) schützen.

Entzieht Kaffee dem Körper Wasser?

Hartnäckig hält sich die Behauptung, dass uns Kaffee austrocknet. Das ist ein Irrtum. Kaffee besteht zu 99 Prozent aus Wasser. Nur wer seltener Kaffee trinkt, bemerkt die harntreibende Wirkung von Koffein, die aber auch natürlich vom Körper reguliert wird.

Ist Kaffee schlecht für den Magen?

Manch ein Kaffeetrinker klagt öfter über Sodbrennen oder Magendrücken. Das liegt aber nicht am Kaffee selber, sondern an der Röstung der Bohnen. Dunkle Bohnen, die bei einem heißen und kurzen Röstvorgang entstehen, enthalten Gerbsäuren, die die Magenschleimhaut angreifen. Vor allem die Industrie röstet so, um Kosten zu sparen. Verträglich für den Magen sind Kaffees, die länger und weniger heiß geröstet wurden.

Dürfen Schwangere Kaffee trinken?

Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten das koffeinhaltige Getränk mit Vorsicht genießen. Ungeborenen fehlt noch das Enzym, das im Körper Koffein abbaut, deshalb sollten Schwangere nicht mehr als zwei bis drei Tassen am Tag trinken, raten Experten. Voraussetzung dafür ist, dass die Frau keinerlei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems hat.


Mehr Infos zum Thema
http://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Kaffee-Gesund-oder-ungesund-492393.html
http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/wer-kaffee-trinkt-lebt-laenger-ernaehrungsstudie-a-1063260.html
http://www.berliner-zeitung.de/gesundheit/neue-studie-zu-kaffeekonsum–der-kaffee-ist-endlich-rehabilitiert-23259566