Dr. Kaffee


Dr. Kaffee

Kaffeetrinker leben länger – US-amerikanische Forscher haben die Daten von über 500.000 Menschen ausgewertet

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde Kaffee für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Impotenz verantwortlich gemacht. In zahlreichen Studien wurde die schädliche Wirkung von Kaffee vermeintlich nachgewiesen. Seit einigen Jahren liefern neuere Studien nun ganz andere Erkenntnisse: Kaffee habe positive Folgen für die Gesundheit (http://district-five.de/ist-kaffee-gesund/).

Woher kommt die Wende? Viele Studien, die dem Kaffee in der Vergangenheit eine schädliche Wirkung zugeschrieben haben, hatten ein entscheidendes Manko: Sie untersuchten zwar Kaffeetrinker, doch viele Probanden waren dazu auch noch Raucher. Die Untersuchungsergebnisse wurden durch die krankmachenden Folgen der Zigaretten verfälscht.

Die Daten von 500.000 Menschen wurden untersucht

Die Wissenschaftler reagierten mit neuen Studien, die den Zusammenhang zwischen Kaffee und Rauchen filterte – und siehe da: Plötzlich war der Kaffee gar nicht mehr so schädlich. Eine sehr breit angelegte Studie aus den USA kommt jetzt sogar zu dem Ergebnis: Kaffeetrinker leben länger. Krebsforscher der Nationalen Gesundheitsinstitute der USA haben zehn Jahre lang Daten von 500.000 Briten ausgewertet. Sie kommen zu dem Schluss, dass Kaffeetrinker seltener an Krebs erkrankten und weniger Herzinfarkte erlitten. Dabei war egal, wie viel Kaffee die Probanden am Tag zu sich nahmen. Ein überraschender Befund. Bisher waren sich Gesundheitsexperten einig, dass man die tägliche Ration von höchstens fünf Tassen nicht überschreiten sollte.

Im Gegenteil. Laut der Studie haben Menschen eine höhere Lebenserwartung, je mehr Kaffee sie trinken. Im Detail sieht das so aus: Bei Probanden, die eine Tasse täglich konsumierten, sank das Risiko, innerhalb der nächsten zehn Jahre zu sterben um acht Prozent. Wer drei bis fünf aber auch fünf bis acht Tassen am Tag trinkt, hatte eine 12 bis 16 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, vorzeitig zu sterben. Das Team um Erikka Loftfield empfiehlt Kaffee als Teil einer gesunden Ernährung. Besonders aufgebrühter Kaffee entfalte positive Wirkung.

Die Forscher weisen trotz aller positiven Ergebnisse jedoch darauf hin, dass sie keine Kausalität, also keinen Ursache-Wirkung-Zusammenhang, zwischen Kaffeetrinken und langem Leben entdeckt haben. Sie können also nicht sicher sagen, ob die gesundheitsförderlichen Ergebnisse bei den Patienten tatsächlich auf den Kaffee zurückzuführen sind. Die Wissenschaftler führen trotzdem plausible Erklärungen an: Kaffee würde Entzündungen hemmen, Gefäße geschmeidig halten und habe positiven Einfluss auf den Zuckerhaushalt.

Der nächste Kaffee schmeckt nach diesen Erkenntnissen wohl besonders gut.

 

Foto: Pixabay