Der Geschnittene


Der Geschnittene

Was ist ein Cortado? Was unterscheidet die aus Spanien stammende Kaffeespezialität von Cappuccino und Flat White?

Die Kaffeewelt ist eine Wissenschaft für sich, das wissen Leser unseres Blogs. Wenn es um Mahlgrade, Wassertemperaturen oder die Kaffeemenge geht, kommt es auf höchste Präzision an. Aber auch, wenn man nur als Gast im Café steht und einen Blick auf die Tafel über der Kaffeebar wirft, fühlt man sich manchmal etwas hilflos. Unter „Cappuccino“ steht dann zum Beispiel „Flat White“. Den Unterschied zwischen diesen beiden Kaffeezubereitungen haben wir bereits in einem früheren Beitrag geklärt (http://district-five.de/flat-white/). Dann steht da aber noch: „Cortado“. Was ist das denn bitte?

Der Cortado gehört zur selben Familie wie Cappuccino und Flat White. Die drei sind sozusagen Geschwister. Während der Cappuccino italienischer und der Flat White angelsächsischer Herkunft ist, hat der Cortado seine Wurzeln in Spanien. Alle drei haben einen Espresso als Grundlage. Der Cortado – ins Deutsche zu übersetzen mit „geschnittener Milch“ – wird mit weniger Milchschaum als der Cappuccino zubereitet. Der Espresso kommt beim Cortado damit ein wenig stärker zur Geltung als beim italienischen Bruder. Manch ein Barista bereitet den Cortado tatsächlich nur mit einem Tropfen Milchschaum zu.

Auch die Serviermethode ist anders. Während Flat White und Cappuccino in der gleichen Tasse serviert werden, kommt der Cortado in einem Glas daher, das man auch aus spanischen Bars kennt. Das leicht bauchige und sich nach oben weitende Glas ist typisch für die spanische Kaffeespezialität. Neben der Standardversion, dem Cortado natural, gibt es noch andere Zubereitungen. Der Cortado leche y leche besteht aus einer unteren Schicht süßer Kondensmilch, der Kaffeeschicht und der Milchschaumschicht. Die Kondensmilch „schneidet“ den Kaffee, daher auch der Name. Auf den Kanarischen Inseln wird die Spezialität sogar als Cocktail serviert – mit zwei weiteren Schichten aus Likör und Weinbrand.