Aus guter Quelle


Aus guter Quelle

Wie wichtig Wasser für guten Kaffeegeschmack ist, haben wir in einem kleinen Experiment festgestellt.

Wasser ist die Quelle des Lebens. Wasser ist die Quelle guten Geschmacks. Auch beim Kaffee. An dieser Stelle haben wir schon häufig erzählt, wie wichtig Herkunft, Aufbereitung und Röstung der Bohnen für die Qualität des Kaffees sind. In diesem Beitrag widmen wir uns dem Stoff, ohne den es Kaffee gar nicht geben kann: Wasser.

Der Markt ist gigantisch. Jeder Discounter hat sein eigenes Produkt im Angebot, eineinhalb Liter gibt es bei Penny, Lidl & Co. schon für 19 Cent. Marken-Tropfen wie Vittel oder Volvic lassen sich die Menschen auch gerne den ein oder anderen Euro mehr kosten.

Mineralstoffe machen das Wasser hart

Aber welche Wassersorte ist eigentlich am besten geeignet für guten Kaffee? Wer im Chemie-Unterricht gut aufgepasst hat, ist jetzt klar im Vorteil. Hauptbestandteil von Wasser sind sogenannte Kationen und Anionen. Das sind positiv bzw. negativ geladene Atome. Im Mineralwasser sind das – klar! – Ionen von Mineralen wie Magnesium und Calcium. Diese Teilchen bestimmen den Härtegrad des Wassers. Je mehr Magnesium- und Calcium-Ionen im Wasser enthalten sind, desto härter ist es.

Wir haben uns nun die Frage gestellt, welches Wasser am besten für die Zubereitung von Kaffee geeignet ist. Also haben wir ein kleines Experiment durchgeführt. Wir haben unsere Kenya-Röstung mit vier verschiedenen Wassermarken (natürlich ohne Kohlensäure) aufgebrüht und ein Cupping veranstaltet. Zur Verwendung kamen folgende Sorten: Stilles Mineralwasser von ja! (Rewe), Vittel, das „lebendige Wasser“ der St. Leonhards Quelle und BWT-gefiltertes Leitungswasser.

Schmecken wir einen Unterschied?

Schmecken wir einen Unterschied, wenn wir die gleiche Kaffeeröstung mit unterschiedlichen Wassersorten aufbrühen? Es hat uns selber überrascht, aber jedes Wasser verlieh der Röstung einen eigenen Geschmack. Während der Premium-Tropfen der St. Leonhards Quelle ein mildes Aroma mit einem runden Geschmackskörper entfaltete, bei dem die Fruchtsäuren des Kenya gut zur Geltung kamen, fielen uns beim Discounter Wasser ja! leicht unangenehme Säuren auf. Das Vittel ähnelt im Geschmack der St. Leonhards Quelle, das BWT-gefilterte Leitungswasser bringt die Fruchtsüße der Kenya-Röstung sehr deutlich zur Geltung.

Im District-Five-Ranking erreicht das Wasser von St. Leonhard zweimal die Bestnote und einmal Platz zwei. Das Wasser von Rewe landet dreimal auf dem letzten Rang.

Vergleicht man nun die Inhaltsstoffe der beiden Sorten, kann man schnell erkennen, weshalb. Der Testsieger enthält 26 Milligramm Magnesium-Ionen und 90 Milligramm Calcium-Ionen pro Liter. Ja! Mineralwasser bringt es beim Magnesium auf 36 Milligramm und beim Calcium-Gehalt sogar auf 200 Milligramm. Der hohe Anteil an Mineralteilchen beeinflusst den Geschmack spürbar. Das Discount-Wasser hat also einen höheren Härtegrad und ist deshalb weniger für die Kaffeezubereitung geeignet.