En kop kaffe tak!


En kop kaffe tak!

Aarhus-Serie (1) Aarhus ist die zweitgrößte Stadt Dänemarks und trotzdem noch immer ein Geheimtipp. Bis Januar absolviere ich hier mein Auslandssemester und berichte über Entdeckungen aus der Welt des Kaffees und darüber hinaus. Heute: Was die dänische Sprache so besonders macht und warum ich in Cafés immer gemischte Gefühle habe

 „En kop kaffe tak!“ So könnte es klingen, wenn ich mir im dänischen Aarhus einen Kaffee bestelle: Einen Kaffee, bitte. Gar nicht so schwer. Wenn mir die Bedienung im Café dann aber eine Frage auf dänisch hinterherschickt, zum Beispiel, ob ich einen kleinen oder großen Kaffee will, Milch oder Zucker dazu haben möchte, muss ich bereits passen und mich als Ausländer zu erkennen geben. „Sorry, can you say that in english, please?“

Dänisch zu lesen ist nicht schwer. Die Sprache hat viele Ähnlichkeiten mit englisch und oft auch mit deutsch. „Jeg vil gerne betaler“, bedeutet zum Beispiel „ich würde gerne bezahlen.“ Wenn es aber darum geht, die Dänen zu verstehen, hilft selbst das beste Wörterbuch nicht mehr. Denn Aussprache und Betonung sind eine Wissenschaft für sich. Seit ich Anfang August für mein Auslandssemester in die zweitgrößte Stadt Dänemarks gezogen bin, kämpfe ich darum, mich mit den Einheimischen auf dänisch zu verständigen. Aber ich kann sie einfach nicht verstehen. Kürzlich habe ich in einer Zeitung gelesen, selbst die Schweden verspotten ihre Nachbarn: Die Dänen würden sprechen, als hätten sie eine Kartoffel im Mund. Ich finde das trifft es ganz gut.

Aber um ehrlich zu sein: Ich muss die Sprache gar nicht sprechen, um klarzukommen. Denn so gut wie jeder Däne spricht englisch. Und das verdammt gut.

Hochwertige Kaffeekultur

Im Café bestelle ich also auf englisch. Die Formel „En kop kaffe tak“ hilft mir ohnehin nicht weiter, denn meistens trinke ich einen Flat White oder einen Cappuccino. Was großartig ist an dieser Stadt, ist, dass man sich hier in ein beliebiges Café setzen kann und fast immer richtig guten Kaffee bekommt. Flat White oder Cortado sind hier Standardgetränke, in Deutschland musst du durch viele Cafés pilgern, bis du endlich einen wirklich hochwertigen Kaffee serviert bekommst.

25 Prozent Mehrwertsteuer

Trotzdem bestelle ich mit gemischten Gefühlen. Ich freue mich auf ein leckeres Kaffeeerlebnis und gleichzeitig denke ich an mein monatliches Kreditkartenlimit, das ich allein durch meinen Kaffeekonsum locker reißen könnte (und die dazugehörigen „kager“, also Kuchen und süßes Gebäck, das hier einfach süchtig macht). In Dänemark ist alles teurer als in Deutschland. Ich habe tatsächlich noch kein Produkt gefunden, das in Deutschland mehr kosten würde als hier. Das liegt vor allem an der hohen dänischen Mehrwertsteuer. Sie liegt bei 25 Prozent. In Deutschland zahlen wir 19 Prozent an den Staat. So kostet ein guter Cappuccino hier zwischen 35 und 45 Kronen, umgerechnet also zwischen 4,70 und 6 Euro.

Übrigens: Auch Bier (øl) kostet deutlich mehr. Aber das ist eine andere Geschichte.


Im nächsten Teil der Aarhus-Serie stelle ich meine Lieblingscafés vor und gebe ein paar Tipps für einen Trip nach Aarhus