Fünf Freunde und ein Café


Fünf Freunde und ein Café
Im Bild (von hinten nach vorne): Andi, Mikey, Amadeus, Pauly, Tobi.

Andi, Pauly, Amadeus, Mikey und Tobi: Diese Jungs sind die erste Garde des „District Five“-Cafés in der Donaustraße. Wie sich das Team zusammensetzt und warum jetzt auch weibliche Unterstützung gesucht wird.

Die vergangenen Tage waren für das Team von „District Five“ aufregend, anstrengend und außergewöhnlich. Am Mittwoch vor einer Woche hatten sie ihr neues Café in der Ingolstädter Donaustraße eröffnet. Was folgte, war ein Besucheransturm, mit dem die Betreiber niemals gerechnet hätten. Die Eröffnung hat viel Aufsehen erregt, die Lokalzeitungen haben berichtet, Blogger waren zu Besuch. Das Café ist ein Magnet.

Eine Woche nach der Eröffnung nimmt Barista Tobias Stehle an einem Tisch im Café Platz. Die Mittagspause ist gerade vorbei, das Lokal hat sich geleert. Es ist einer der wenigen ruhigen Momente, die der Chef hat. Zeit für ein erstes Resümee. „Die Gäste sind absolut begeistert. Viele freuen sich über unser ,Klein-Berlin‘ hier in der Innenstadt.“  Schon wenige Stunden nach Eröffnung war es kaum noch möglich, einen Sitzplatz im Café zu ergattern. Eine Belastungsprobe für das junge Team rund um die Geschäftsführer Tobias Stehle und Michael Menrad.

Das Geschäft als neues Zuhause

„Wir haben fantastisch zusammengearbeitet“, betont Tobi. Die drei Mitarbeiter haben Tobi und Mikey aus ihrem Freundeskreis rekrutiert. Neben Maximilian Pauly, der inzwischen festangestellt für „District Five“ arbeitet, helfen auch Andreas Schab und Amadeus Jacobsen hinter der Kaffeebar mit. „In der ersten Woche war so viel zu tun. Alle haben mitangepackt und auch spontan geholfen, die erste Woche erfolgreich zu bestehen“, freut sich Tobi. Er selbst war in den ersten sieben Tagen rund um die Uhr im Einsatz. Die Schatten unter seinen Augen machen das deutlich. „Aber es fühlt sich nicht an wie Arbeit“, betont der Barista. „Das Geschäft ist mein neues Zuhause!“

Wie ihm geht es auch seinem Kollege Maximilian Pauly. Auch er hat Ringe unter den Augen, auch er sagt: „Es ist zwar viel Arbeit. Aber ich mache sie gern.“ Die Leidenschaft für Kaffee hat er im vergangenen Jahr neu entdeckt, als er zum ersten Mal einen Kaffee von „District Five“ getrunken hatte. Jetzt spezialisiert sich Pauly auf die Zubereitung von Filterkaffee. „Ich will meine Begeisterung auch an unsere Kunden weitergeben.“

Mit Leidenschaft dabei

Der Mann mit den vielen Tattoos und dem Nasenpiercing sehe aus, als wäre er in dem Café mit den unverputzten Wänden und dem alten Holzboden geboren, scherzt Tobi. Tatsächlich erkennt man bei allen Mitarbeitern die Euphorie für das, was sie tun. Zum Beispiel bei Amadeus Jacobsen. Der 17-Jährige hat im April den ersten Pop-up-Store von „District Five“ besucht und ist seitdem fasziniert von Latte Art. Innerhalb weniger Monate hat sich Amadeus Fähigkeiten angeeignet, die selbst Profi Tobias überraschen. „Er ist sehr ehrgeizig und sehr talentiert. Demnächst melden wir ihn bei einer Latte-Art-Meisterschaft an.“ Mit ruhiger Hand zaubert der Jungspund Herzen oder Tulpen in den feinen Milchschaum.

„Jeder von uns hat ein Talent, das er im Café perfekt einbringen kann“, erklärt Tobi. Die Mannschaft von „District Five“ ist wie das A-Team, bei dem sich die verschiedensten Charaktere perfekt ergänzen. Als „gute Seele“ bezeichnet Tobi Andreas Schab. „Er hat ein großes organisatorisches Talent und hält uns alle ein bisschen auf dem Boden.“

Hochbetrieb in der Rösterei

Die Chefs selber, Tobi und Mikey, sind derweil an zwei Fronten aktiv. Einerseits müssen sie im neuen Lokal präsent sein, denn so kurz nach der Eröffnung gibt es natürlich noch Kinderkrankheiten, andererseits müssen sie auch mit der Produktion in der Rösterei hinterherkommen. Denn durch den unerwarteten Hype besteht die Gefahr eines Kaffee-Engpasses. Deshalb sei in der Rösterei „Hochbetrieb“ angesagt.

Wie ist es also, mit Freunden zu arbeiten? Die Jungs sagen, es sei für sie schon immer ein Traum gewesen, Kumpels als Kollegen zu haben. „Es ist ein bisschen, wie Urlaub mit Freunden“, sagt Tobi. „Es macht riesig Spaß!“ Trotzdem gebe es strenge Arbeitsabläufe, gerade beim Thema Qualität legen die Chefs hohe Maßstäbe an. So auch, wenn es um Hygiene und Service gehe.

Das Team ist eine eingespielte Männer-Clique. Und doch suchen die Jungs gerade nach Verstärkung – und zwar weiblicher Natur.